Weißenthurm

Weißenthurm ist eine Stadt im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der gleichnamigen Verbandsgemeinde an und ist deren Verwaltungssitz. Weißenthurm ist gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Weißenthurm liegt am Mittelrhein und ist mit einer Brücke mit Neuwied verbunden.

Rheinabwärts liegt die Nachbarstadt Andernach, eine geschichtsträchtige Stadt.

Benannt ist die Stadt nach dem Weißen Turm, einem spätmittelalterlichen Wohn- und Zollturm, der zu Beginn des 15. Jahrhunderts wahrscheinlich im Auftrag des Trierer Erzbischofs und Kurfürsten Werner von Falkenstein (1388–1418) am damaligen Grenzübergang zwischen den Kurfürstentümern Trier und Köln an der Handelsstraße von Koblenz nach Köln errichtet wurde.

de Thur

Die Weißenthurmer kürzen ihren Ortsnamen mit „Thur“ ab. Das ist moselfränkischer Dialekt und bedeutet Turm.

Auch in den Dialekten, und besonders im moselfränkischen, gibt es eine Grammatik.

So wird der Ortsname Thur wie Turm verwendet – es heißt also:

ich wohne am Thur
(ich wohne in Weißenthurm)

ich komme vom Thur
(ich komme aus Weißenthurm)

ich john (gehe) en de Thur
(wenn man in die Stadtmitte geht)

ich komme ausm Thur
(wenn man aus der Stadtmitte kommt)

ich verzehle öbbes üwwer de Thur
(erzähle etwas über Weißenthurm) usw.

…und sie selbst sind Thurer (Türmer)

Straßen

Geprägt ist Weißenthurm durch die lange Hauptstraße. Die ältesten sind die Allte Straße und Turmhof.
Einige Straßen wurden in der Nazi-Zeit umbenannt, was nach dem Krieg wieder geändert wurde:
Die Fährstraße hieß zeitweise Hindenburgstraße und vorher Brückenstraße.
Die Pielau hieß Adolf-Hitler-Straße
Die Andernacher Straße hieß früher Bahnweg und in der Nazizeit auch Hindenburgstraße
Die Gartenstraße hatte den Namen Langermarck und
die Mittelort-Siedlung Westmark-Siedlung.

Auch andere Straßen hatten früher andere Namen:
Die Lindenstraße wurde Mittelortsweg genannt.
Der Stierweg war der Neuwieder Weg.
Die Hauptstraße war die Chaussée (Coblenz – Cöln), im Diealekt „Schossie“. Später sprach man nur noch über die Straßenteile außerhalb der Ortschaft von Chaussée.
Den Miesenheimer Weg nannte man Miesenheimer Pfad und die Bahnhofstraße Bahnhofsweg.
Die Bethelstraße war früher (schon teils bebaut) ein Privatweg und gehörte Hubaleck.
Auch die Einsenbahnstraße war privat und gehörte der „Eisenbahn“

„Bähnchen“

Bis zum Ende der 50er-Jahre durchquerte eine Schmalspurbahn einen Teil des Ortes: „dat Bähnche“.
Es kam aus dem Fabrikgelände Hubaleck am Miesenheimer Weg überquerte die Lindenstraße und ging weiter über die Alte Straße, überquerte die Hauptstraße und ging auf der rechten Seite der Hauptstraße weiter über die Eisenbahnstraße zum Güterbahnhof.
Mit dieser Schmalspurbahn wurden Bimssteine und auch Rohbims zum Verladen zum Güterbahnof transportiert.