Hoche-Denkmal: Stand der Generalsanierung

Beim ersten Treffen mit der neuen französischen Generalkonsulin Frau Dr. Ilde Gorguet, hier in Weißenthurm, konnte ich durch sie viel erfreulich Neues erfahren.

Ich als Bürgermeister dieser Stadt habe nicht vergessen, wie sich ihre Vorgängerin im Amt, Frau Pascale Trimbach, für die Sanierung des Hoche-Denkmals engagiert hat. Ihre Bemühungen, auch und besonders in Frankreich, so stellt es sich jetzt heraus, waren erfolgreich. Der damalige Generalkosulin Frau Pascale Trimbach ist es zu verdanken, dass 2019 erste Maßnahmen am Denkmal mit Hilfe einer Pioniereinheit der französischen Armee durchgeführt wurden.

Nun ist eine neue Generalkonsulin in Frankfurt eingesetzt. Ich konnte kurz nach dem personellen Wechsel im französischen Konsulat mit der neuen französischen Generalkonsulin, Frau Dr. Ilde Gorguet Kontakt, aufnehmen mit der Verabredung, sich hier vor Ort zu treffen.

Als sie am 24. Juni 2021 in Begleitung eines französischen Generals nach Weißenthurm kam, zeigte sie sich begeistert von der Denkmalanlage, die sie bisher nicht kannte.

Bei einem gemeinsamen Essen, an dem auch die Beigeordneten der Stadt teilnahmen, konnten wir in interessanten Gesprächen mehr über die weiteren Sanierungsarbeiten erfahren.

Erstmals konnte sie berichten, dass der französische Staat neue Fördertöpfe geschaffen hat, um nach gründlicher Untersuchung des Zustands die Kosten für eine komplette Sanierung zu übernehmen.

Die Untersuchungen werden durch ein deutsches Architekturbüro in Frankfurt geleitet. Zur Untersuchung wurden Spezialisten in unterschiedlichen Spezialgebieten beauftragt.

So für die verwendeten Stein-Materialien Marmor etc., die von besonderer Bedeutung sind, und für die metallischen Materialien, also für die reliefartigen Darstellungen aus Metallguss am Denkmal.

Bisher haben 2021 schon mehrere Untersuchungen am Denkmal stattgefunden, die aufschlussreiche Ergebnisse hervorgebracht haben. Die Ergebnisse liegen jetzt in insgesamt 6 mehrseitigen Berichten vor. Diskutiert werden die Ergebnisse per Videokonferenz unter Beteiligung aller, die notwendigerweise am Projekt mitwirken müssen.

Das sind das französische Generalkonsulat mit der Generalkonsulin, das beauftragte Architekturbüro, beide ansässig in Frankfurt, die Sachbearbeiter der Untersuchung, die Denkmalbehörden, Land und Kreis, die Verbandsgemeinde sowie die Stadt Weißenthurm.

Wenn man die Berichte liest, dann muss ich festhalten, noch nie ein solch umfangreiches und mit modernsten Methoden erstelltes Gutachten gesehen zu haben, was mir auch die Leiterin der Denkmalbehörde bestätigte.

Die nächste Besprechung mit allen oben genannten Beteiligten per online Videokonferenz steht noch im Dezember 2021 auf dem Terminplan.

Es wird von hohen Gesamtkosten gesprochen, die noch nicht ganz von der Französischen Botschaft in Berlin freigegeben sind, was aber nach dem Ergebnis der Untersuchungen erfolgen soll.

Bereits im Frühjahr 2022, so die Planung, soll mit den Arbeiten bekommen werden. Besprochen wird jetzt in den nächsten Wochen, wie gründlich eine Sanierung durchgeführt werden soll.

Es gibt zwei Möglichkeiten, die auch in den Berichten erwähnt werden.

  1. Man bearbeitet alle Materialien rigoros, soll heißen bis hin zum Austausch von Materialien z.B. der Verkleidungsplatten des Denkmals

  2. Man bearbeitet die Risse, Abplatzungen und tauscht nur geringfügig Materialien aus, erhält im Grunde den Ist-Zustand, sichert aber die Schadstellen.

Man kann sich vorstellen, das beide Vorgehensweisen sehr unterschiedliche Kosten verursachen. Hier ist wichtig, wie sich die hier zuständige Denkmalbehörde dazu stellt. Sie ist trotz französischer Zuständigkeit bei allen Maßnahmen einzuschalten, und ihre Bedenken zu einzelnen Maßnahmen werden die Arbeiten sicher beeinflussen.

Trotz alldem können wir uns freuen, das dieses französische Denkmal aus dem 18. Jahrhundert nun für eine weitere lange Zukunft saniert und erhalten wird und nicht durch Witterung und Umwelteinflüsse noch mehr Schaden nimmt. Es ist uns gemeinsam mit den beiden Generalkonsulinnen gelungen, in Frankreich für dieses größte französische Denkmal auf Deutschem Boden mehr Aufmerksamkeit zu erreichen.

Dies wird uns als Stadt natürlich auch für die Zukunft fordern. Man kann sich vorstellen, dass, wenn hier eine hohe sechsstellige Summe investiert wird, die Stadt Weißenthurm dafür sorgen muss, die Anlage besser zu schützen und nicht den Jugendlichen zu überlassen, die hier unangemessene Treffen veranstalten und die Anlage immer wieder verunstalten.

Hoche-Denkmal wird umfassend restauriert.

Lange schien es still zu sein um das Hoche-Denkmal in Weißenthurm, das einer dringenden Restaurierung bedarf.

Nun endlich kommt Bewegung in die Sache!

Am 23.6.2021 besuchte die neue französische Generalkonsulin, Frau Dr. Ilde Gorguet, in Begleitung eines hochrangigen französischen Generals Herrn Stadtbürgermeister Heim und bracht gute Nachrichten:

Die Renovierung des Denkmals soll in Kürze beginnen:

Ein Frankfurter Architektenbüro und ein französischer Historiker, der beim Louvre, dem weltberühmten Pariser Museum tätig ist, werden die notwendigen Arbeiten planen und begleiten.

Der Umfang der Restaurierung ist noch nicht abzuschätzen. Eventuell müssen der Obelisk und der Sockel mit den Schlachtenbildern abgetragen und neu aufgebaut werden, um den Bestand des auch für Frankreich wichtigen Denkmals zu sichern, ist es doch die größte derartige Anlage außerhalb der Grenzen Frankreichs!

Zur Zeit wird das Denkmal eingerüstet. Aus Sicherheitsgründen muss während der Arbeiten der gesamte Denkmalbereich gesperrt werden.

Bürgermeister Heim ist sehr zufrieden über die Absicht des französischen Staates, das Hoche-Denkmal in Weißenthurm grundlegend zu sichern und zu erhalten.

Pferdelazarett Weißenthurm / Miesenheim

Es sind jetzt alte Fotos von einem Pferdelazarett in Weißenthurm und Miesenheim aufgetaucht. Einige werden hier angezeigt.
Hat jemand Erinnerungen daran oder hat jemand schon einmal etwas davon gehört? Bitte Hinweise an den Verein geben!

Das muss die Bimsfabrik Lohner sein; oberhalb vom „Glück auf“.

Neue Inhalte dieser Webseite

Es ist ein Gründungsprotokoll eines Männergesangvereins von 1861 aufgetaucht. Es  ist in deutscher Schreibschrift verfasst und von Frau Ingrid Reißland aus Ellingshausen übertragen worden.
Sie können beide Ausfertigungen auf der Seite Geschichte und Unterseite Vereine finden oder direkt von hier aus dorthin gehen:
Das handschriftliche Gründungsprotokoll in deutscher Schrift können Sie hier sehen:
Protokoll-Hand.
Die Übertragung in Text ist hier zu sehen:
Protokoll-Text

Terminverschiebung

Aufgrund der derzeitigen Situation sind Vorstandssitzung und Mitgliederversammlung des Vereins vorläufig verschoben bzw. noch nicht terminiert worden.

Eine Vorstandssitzung hat mittlerweile am 29.7.2020 stattgefunden.

Zu gegebener Zeit werden die Termine festgelegt.

Feierstunde: Marie Juchacz, Sozialreformerin – Parlamentarierin – Frauenrechtlerin

Marie Juchacz – eine starke Frau

Veranstaltung des Geschichtsvereins Weißenthurm.

Der 13. Dezember 1919 – ein wichtiges Datum in der „großen“ wie auch in der regionalen Geschichte: In Berlin wurde die Arbeiterwohlfahrt gegründet von der Sozialpolitikerin Marie Juchacz, die von 1949 bis 1952 in Weißenthurm lebte.

Aus diesem Grund lud der „Geschichtsverein Weißenthurm“ in Zusammenarbeit mit dem AWO-Seniorenzentrum „Altes Brauhaus zur Nette“ ein zu einer Feierstunde am 13.12.2020 im Marie-Juchacz-Saal der Einrichtung; denn der Geschichtsverein hatte sich auf Spurensuche begeben und wollte die Ergebnisse seiner Nachforschungen vorstellen, um die sich vor allem das Ehepaar Gertrud und Heinrich Wagner verdienst gemacht hatte.

Der Heimleiter Thomas Schuler, der Vorsitzende des Fördervereins der Einrichtung Willibald Görg und der Vorsitzende des Geschichtsvereins Gerd Heim begrüßten die Anwesenden.

Besonders freuten sich die Veranstalter, dass auch eine direkte Verwandte von Frau Juchacz anwesend war: Die Großnichte Frau Heidemarie Kanowski mit ihrem Ehemann.

Danach berichtete Gertrud Wagner den interessierten Zuhörern Daten und Fakten aus Leben und Wirken von Marie Juchacs als Sozialreformerin, Parlamentarierin und Frauenrechtlerin.

 

Marie Juchacz, in einfachen Verhältnissen 1879 in Landsberg an der Warthe im heutigen Polen geboren, lernte die Arbeitswelt wahrlich „von unten“ kennen: Mit 14 Jahren als Dienstmädchen, später als Fabrikarbeiterin und ungelernte Krankenpflegerin tätig, bevor sie eine Lehre als Schneiderin machte.

Als ihre Ehe mit dem Schneidermeister Juchacz scheiterte, zog sie mit ihren beiden Kindern nach Berlin.

1908 trat sie in die SPD ein und war seit 1913 politisch aktiv. Als Frauensekretärin für den Parteibezirk „Obere Rheinprovinz“ in Köln bekümmerte sie sich vor allem um die Textilarbeiterinnen im Raum Aachen. Sie setzte sich ein für die Heimarbeiterinnen und arbeitete in der sich verschärfenden Not im 1. Weltkrieg in der sogenannten Lebensmittelkommission. 1917 wurde sie – von Friedrich Ebert berufen – Frauensekretärin im Zentralen Parteivorstand.

Die Not, die sie so kennenlernte, bewog sie dazu, 1919 die Arbeiterwohlfahrt zu gründen. Sie blieb Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt bis 1933.

Gezwungen durch die Verfolgung aller Andersdenkenden im 3. Reich erreichte sie über viele Stationen der Flucht 1941 die USA, wo sie bis 1949 blieb. Auch in dieser Zeit kümmerte sie sich um die Not anderer: Sie gründete die „Arbeiterwohlfahrt USA“ mit einer doppelten Zielrichtung: Unterstützung von anderen Asylanten in den USA und die Sendung von Hilfspaketen ins kriegszerstörte Deutschland.

1949 kehrte sie nach Deutschland zurück und wohnte einige Jahre in Weißenthurm bei ihrem Sohn Paul, der Verwalter des Nette-Gutes war.

Eine nette Anekdote aus dieser Zeit beschreibt, dass sie zu ihrem siebzigsten Geburtstag so viele Glückwunschbriefe und -telegramme erhielt, dass die Logistik des Weißenthurmer Postamtes fast zusammenbrach: Zwei zusätzliche Postboten mussten für dieses Jubiläum hinzugezogen werden.

Seit 1949 war sie Ehrenvorsitzende der AWO und blieb dies bis zu ihrem Tod 1956 in Düsseldorf.

Auch die politische Entwicklung des ersten demokratischen Staates in Deutschland prägte sie mit. 1919 wurde sie in die Weimarer Nationalversammlung gewählt: Nach der Durchsetzung des Wahlrechtes für Frauen war sie die erste Frau, die im Parlament eine Rede hielt.

Dem Reichstag gehörte sie als gewählte Abgeordnete von 1920 bis 1933 an.

Dann folgten Flucht und Asyl.

Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland engagierte sie sich nur noch in der Arbeiterwohlfahrt.

Unvergessen ist ihr Einsatz für das Frauenwahlrecht und die Gleichberechtigung der Frauen. Ihr überparteiliches Engagement würdigte ein Briefmarkensatz der Bundespost von 1959 „ 50 Jahre Frauenwahlrecht. Er zeigt sie mit der Zentrumspolitikerin Helene Weber, später CDU, und der Liberalen Marie-Elisabeth Lüders.

Im Anschluss an die Würdigung ihres Lebenswerkes überreichte Bürgermeister Gerd Heim dem Heimleiter ein Bild dieser großen Frau der Zeitgeschichte. So wird sie im „Marie-Juchacz-Saal auch optisch präsent sein.

Die Feierstunde wurde bereichert durch musikalische Beiträge von Vincent Schneider am Klavier.
Zum Abschluss kam es noch zu einem zwanglosen Gedankenaustausch der Teilnehmer.

Eine Schautafel zu Leben und Wirken von Marie Juchacz verbleibt noch im Foyer des Seniorenheimes.

 

Geschichte der Kath. Pfarrgemeinde

Über die Geschichte der Kath. Pfarrgemeinde gibt es eine Broschüren-Reihe „Pfarrarchiv Weißenthurm“ . Auf der Seite „Links“ sind sie aufgeführt.

Diese Broschüren sollen in diese Webseiten eingestellt werden. Für verschiedene Hefte ist das schon erfolgt. Sie können sie auf der Seite „Links“ lesen.

Dort finden Sie auch weitere Literaturhinweise.

Bahnhof Weißenthurm

Auch das Bahnhofsgebäude Weißenthurm ist ein bedeutendes Bauwerk. Es steht unter Denmalschutz.

Leider ist es z.Z. in keinem guten Zustand. In einem Artikel im Internet wird darauf hingewiesen: Bahnhof

Allerdings sind die Bahnsteige, die Gleise und die Unterführung eigentlich recht sauber. Das Problem ist das Gebäude. Es ist unbenutzt und verfällt.

Der Geschichtsverein will sich hier ebenfalls einschalten